σ’ αγαπώ: die schwindenden Laute
Warum Lieder σ’ αγαπώ und θα ’ρθω singen — und warum «τον πατέρα» wie [tombatéra] klingt: Elisionen und Verschleifungen des gesprochenen Griechisch.
Die Elision: σε + αγαπώ → σ’ αγαπώ
Endet ein Wörtchen auf Vokal und beginnt das nächste mit Vokal, fällt der erste Vokal, ein Apostroph tritt an seine Stelle: σε αγαπώ → σ’ αγαπώ, από το πρωί → απ’ το πρωί, μου είπε → μου ’πε, το άλλο → τ’ άλλο. Sorgfältige Schrift behält die Vollformen; Lied und Dialog lieben die Kurzformen.
θα ’ρθω, φέρ’ το: Aphärese und Apokope
Manchmal fällt der ANLAUT-Vokal des zweiten Wortes: θα έρθω → θα ’ρθω, μου έδωσε → μου ’δωσε (Aphärese). Und im Imperativ kann der Endvokal vor dem Pronomen fallen: φέρε το → φέρ’ το, κόψε το → κόψ’ το (Apokope). Jedes griechische Lied ist voll davon.
[tombatéra]: die hörbaren Verschleifungen
Das End-ν verschmilzt mit folgendem κ, π, τ: τον καφέ → [toŋgafé], τον πατέρα → [tombatéra], την Τρίτη → [tindríti]. Die Schrift ändert sich nicht — aber das ist DER Schlüssel zum schnellen gesprochenen Griechisch: das rätselhafte [b] ist ein π nach -ν.
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